Wissenschaftlicher Kongress am Samstag, 27. Oktober 2018 in Köln

Dr. Katja Merschbächer

Promovierte Neurobiologin an der Universität des Saarlandes, Fachgebiet: Lernen und Gedächtnisbildung

Dr. Katja Merschbächer

Promovierte Neurobiologin an der Universität des Saarlandes, Fachgebiet: Lernen und Gedächtnisbildung

Dr. rer. nat. Katja Merschbächer hat als Biologin an der Universität des Saarlandes im Fachbereich molekulare Neurobiologie promoviert und an grundlegenden Mechanismen bei der Gedächtnisbildung geforscht. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der neurobiologischen Forschung hat auch danach, während ihrer Berufstätigkeit in der Diagnostikbranche, ihr Interesse an Themen aus dem Bereich der Neurobiologie insbesondere unter Anwendung tierversuchsfreier Forschungsmethoden stets zugenommen.

Parkinson Forschung und die Rolle der Brain-Organoide

Abstract

Die Parkinson-Krankheit ist nach Alzheimer die zweithäufigste unheilbare neurodegenerative Erkrankung beim Menschen. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems im höheren Lebensalter.
Parkinson kann verschiedene Ursachen haben. Neben vererbbaren Mutationen bestimmter Gene können auch Medikamente oder toxische Substanzen zu einer Parkinson-Erkrankung führen. In 75% aller Fälle ist die Ursache jedoch unbekannt, und dass trotz jahrzehntelanger Tierversuchs-Forschung.
Es gibt bis heute ausschließlich eine symptomatische Behandlung von Parkinson-Patienten – ursächlich ist die Krankheit nach wie vor nicht behandelbar. Gründe für die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten mögen vor allem darin liegen, dass das „Tiermodell“ nicht die komplexen pathophysiologischen Vorgänge und die klinisch fortschreitende Symptomatik abbilden können. Übliche „Tiermodell“ sind die Genmanipulation sowie die chemische Denervierung mit Hilfe von 6-OHDA, ein Dopamin-Analog, das bei Affen, Ratten oder anderen Tieren ins Gehirn injiziert wird, und hier zu einer Degeneration der sympathischen adrenergen Nervenenden führt.
Bei der Auswahl der symptomatischen Behandlung muss bei jedem Patienten individuell getestet werden, welcher Wirkstoff bzw. welche Wirkstoffkombination die besten Ergebnisse bezüglich Symptomreduzierung und auch Nebenwirkungsminimierung liefert. Dies kann zuweilen lange dauern und somit den Leidensdruck der Patienten erhöhen. Die zuvor durchgeführten Tierversuche waren dafür nutzlos.
Moderne Stammzell-Technologien, wie zum Beispiel Brain-Organoide, bieten völlig neue Möglichkeiten, um personalisierte Behandlungsmethoden zu testen ohne sowohl den Patienten als auch Tiere leiden zu lassen.
Des Weiteren hat man trotz jahrzehntelanger Parkinson-Forschung an Tieren ausschließlich unter Einsatz dieser neuen Technologie herausgefunden, dass auch Störungen bei der neuronalen Entwicklung des Menschen ein Faktor sein könnten, der den Ausbruch einer Parkinson-Erkrankung unter Einfluss der oben genannten Faktoren begünstigt. Dies liefert endlich neue Forschungsansätze für das Ziel, eine Methode zu finden, um in Zukunft ein Ausbrechen der Parkinson-Erkrankung verhindern zu können.